Europadiplom für Augenoptik und Optometrie

Seit den 1990er Jahren besteht das „Europadiplom für Augenoptik und Optometrie“, welches von ECOO (European Council of Optometry and Optics), dem europäischen Dachverband der nationalen Organisationen der Augenoptiker und Optometristen, ins Leben gerufen wurde.

Grund für die Entwicklung der Qualifikation war der Wunsch nach einer Harmonisierung des Berufsstandes auf europäischer Ebene. Die angeschlossenen Berufsverbände hatten das Ziel, die Belange der Augenoptik und Optometrie passgenau umzusetzen und einen einheitlichen Standard für die Aus- und Fortbildung zu schaffen.

Die ersten Prüfungen für das Europadiplom fanden 1998 in Großbritannien statt. Bis heute haben mehr als 200 engagierte Augenoptiker und Optometristen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Russland und der Schweiz an den Prüfungen teilgenommen. Auch außerhalb der europäischen Grenzen stößt dieser Abschluss auf Interesse. So gab es bereits Teilnehmer aus Pakistan, Dschibuti, Namibia und Togo. Kurz gesagt, das Europadiplom hat sich entwickelt – und zwar sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Deutsche Teilnehmer schätzen das Europadiplom wegen seiner hohen fachlichen Qualifikation, die sich am britischen und amerikanischen Standard orientiert und in einigen Bereichen über die Inhalte der in Deutschland möglichen Abschlüsse hinausgeht. Dies bietet eine Möglichkeit der Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern und einen tieferen Einblick über bestimmte Bereiche des Alltagsgeschäftes hinaus.

Weiter haben deutsche Prüfungsteilnehmer die Möglichkeit, über den Teil C des Europadiploms die Zusatzqualifikation Optometrist (ZVA) zu erwerben.

Wegen seines hohen Standards hat das Europadiplom bereits seit einigen Jahren die  Anerkennung des britischen General Optical Council erhalten. Die Berufsausübung in Großbritannien ist dadurch deutlich erleichtert und vereinfacht. In der Schweiz wird das Europadiplom als gleichwertig zum Schweizer Bachelor-Abschluss in Optometrie anerkannt. Durch diese Anerkennung hat die internationale Akzeptanz des Europadiploms weiter zugenommen.

In letzter Zeit gehen vermehrt Anfragen aus Osteuropa ein. In den osteuropäischen Staaten existiert vielfach keine nationale Qualifikation auf gleich hohem Niveau und der Lehrplan des Europadiploms stellt deshalb einen wichtigen Anhaltspunkt für erforderliche Kenntnisse dar.

Die Inhalte des Europadiploms sind stetig weiterentwickelt worden. Aktuelle Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung werden von international anerkannten Fachleuten zeitnah eingearbeitet und der Lehrplan wird dadurch auf einem aktuellen Stand gehalten.

Eine Akkreditierung von Institutionen wie z. B. Fachschulen und Universitäten ist bereits so weit fortgeschritten, dass die individuellen Prüfungen beim ZVA auslaufen und künftig durch akkreditierte Studiengänge ersetzt werden. Individuelle Prüfungen in Teil C des ECOO-Diploms werden noch bis Ende 2021 vom ZVA durchgeführt. 

An folgenden Hochschulen kann das ECOO-Diplom derzeit erlangt werden:

  • Fachhochschule Nordwestschweiz Olten, Schweiz
  • University College of Southeast Norway, Kongsberg, Norwegen
  • University of Applied Sciences Utrecht, Niederlande
  • Beuth Hochschule Berlin, Deutschland
  • Karolinska Institutet Stockholm, Sweden
  • University of Applied Sciences Utrecht, Niederlande

Eine teilweise Akkreditierung haben die folgenden Hochschulen:

  • Palacky Universität, Tschechische Republik
  • Metropolia University of Applied Sciences, Finnland

 

Weitere Informationen zum Europa Diplom finden Interessenten über die Website von ECOO https://www.ecoo.info/european-diploma/