Startseite » Erasmus+: Internationale Praxiserfahrung für die Augenoptik – Der ZVA unterstützt Betriebe und Nachwuchs
Ein Auslandspraktikum ist für viele junge Menschen ein prägendes Erlebnis. Mit Erasmus+, dem Mobilitätsprogramm der Europäischen Kommission, steht ein Förderinstrument bereit, das solche Auslandserfahrungen auch im Handwerk ermöglicht – vollständig finanziert, gut strukturiert und sicher organisiert. Der ZVA möchte die Chancen dieses Programms nun stärker in die Augenoptik tragen und sowohl Betriebe als auch Auszubildende ermutigen, die Möglichkeiten zu nutzen. Weitere Fragen zu einem konkreten Vorhaben beantwortet Dirk Schäfermeyer d.schaefermeyer@zva.de.
Warum Erasmus+ für die Augenoptik interessant ist
Teilnahmeberechtigt sind Auszubildende und junge Gesellen bis ein Jahr nach ihrer Prüfung. Aufenthalte zwischen drei Wochen und drei Monaten werden gefördert – inklusive Reisekosten, Unterkunftspauschale sowie Unfall-, Kranken- und Haftpflichtversicherung. In anderen Gewerken wird Erasmus+ bereits intensiv genutzt, mit hervorragenden Rückmeldungen: Die Teilnehmenden kehren mit gestärktem Selbstbewusstsein, neuen fachlichen Impulsen und verbesserten Sprachkenntnissen zurück. Oft wächst auch die Wertschätzung des eigenen Arbeitsplatzes, da andere Arbeitsweisen und Kulturen erlebt wurden. Für Betriebe bietet ein solches Praktikum ebenfalls Vorteile: Sie lernen motivierte junge Menschen kennen, bringen internationale Perspektiven in den Arbeitsalltag und zeigen sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb.
Der Weg zum Auslandspraktikum: Einfacher als gedacht
Der Bewerbungsprozess verläuft in fünf Schritten: Bewerbung nimmt für die Augenoptik die LGH entgegen Okutucu@lgh.de, ein Auswahlgespräch, Vertragsunterlagen (inklusive Lernvereinbarung), der Auslandsaufenthalt und anschließend die Dokumentation. Die Förderraten (80 % vorab, 20 % nach Rückkehr) schaffen Planungssicherheit. Neben Einverständnissen von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule sind keine weiteren Genehmigungen nötig.
ZVA als Unterstützer („Steigbügelhalter“)
Der ZVA übernimmt keine Trägerschaft, versteht sich aber als Wegbereiter:
Dieser Service soll die Einstiegshürde deutlich senken und das Programm in der Branche etablieren.
Europäische Perspektive: Austausch über ECOO
Um internationale Kontakte systematisch auszubauen, wird der ZVA das Thema Erasmus+ auch beim europäischen Berufsverband ECOO platzieren. Ziel ist der Aufbau einer europäischen Plattform, auf der Betriebe aus verschiedenen Ländern ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Praktikanten veröffentlichen können. Dadurch würde eine zentrale Austauschbörse entstehen – für junge Menschen, die ein Praktikum im Ausland suchen, und für Betriebe, die gerne internationale Gäste aufnehmen.
Besonders Italien soll als erstes Partnerland eingebunden werden. Über Kontakte, die beim Projekt ConnActions entstanden sind, erhofft sich der ZVA eine Liste von Betrieben, die deutsche Praktikanten aufnehmen würden. Die Betriebe müssen nicht deutschsprachig sein – im Gegenteil: Sprachpraxis gehört ausdrücklich zum Konzept.
Fazit
Erasmus+ ist eine große Chance für den augenoptischen Nachwuchs und ein Gewinn für die gesamte Branche. Mit dem Engagement des ZVA und möglichen neuen europäischen Strukturen über ECOO könnte internationale Mobilität künftig ein fester Bestandteil der Ausbildung in der Augenoptik werden.