Startseite » ZVA-Branchenbericht 2025/2026: Augenoptik zwischen Stabilität und Strukturwandel
Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) hat seinen aktuellen Branchenbericht 2025/26 veröffentlicht. Die aktuellen Zahlen zeigen für das Jahr 2025 ein insgesamt stabiles Marktbild, allerdings mit spürbar geringerer Dynamik als in den Vorjahren.
Die Herausforderungen hinsichtlich Marktkonzentration und schwieriger Nachfolge für inhabergeführte Betriebe bleiben bestehen, während digitale Anwendungen zunehmend Einzug in die Augenoptik halten und individuelle, fachkompetente Sehlösungen die klare Stärke des stationären Handels bleiben.

Der Umsatz der Branche stieg 2025 um 0,6 Prozent und lag damit unterhalb der Inflationsrate. Gleichzeitig sank der Absatz kompletter Brillen um zwei Prozent auf knapp zwölf Millionen Stück. Insgesamt erreicht die deutsche Augenoptik einen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro.
„Die aktuellen Zahlen zeigen erneut, dass die Augenoptikbranche auch in wirtschaftlich anspruchsvolleren Zeiten stabil bleibt. Gleichzeitig sehen wir deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen verändern und Wachstum heute differenzierter bewertet werden muss als noch in den Vorjahren“, sagt ZVA-Präsident Kai Jaeger.
Struktureller Wandel schreitet voran
Deutlich wird im aktuellen Bericht auch, dass sich der Strukturwandel in der Branche fortsetzt. Die Zahl der augenoptischen Betriebsstätten ist auf rund 10.700 gesunken. Vor allem kleinere inhabergeführte Betriebe geraten unter Druck, wenn Nachfolgelösungen fehlen oder Standorte von größeren Marktteilnehmern übernommen werden. Die zehn umsatzstärksten Unternehmen vereinen inzwischen 55 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche auf sich.
„Gerade die Entwicklung bei den Betriebsstätten zeigt, wie groß der Veränderungsdruck in Teilen der Branche ist. Wo Nachfolgefragen ungelöst bleiben, gehen oft gewachsene Strukturen verloren. Das ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine versorgungspolitische Frage“, so Kai Jaeger.
Online-Handel bleibt unbedeutend
Auch bei den Vertriebswegen bestätigt der Bericht ein klares Bild: Der Online-Verkauf von Brillen und Zubehör bleibt mit einem Umsatzanteil von fünf Prozent weiterhin von untergeordneter Bedeutung. Sechs Prozent der Käufe wurden online entschieden; ein deutlicher Aufwärtstrend ist nicht erkennbar. Damit bleibt die stationäre, beratungsintensive Versorgung das prägende Modell der Branche. Dazu erklärt Armin Ameloh, ZVA-Vizepräsident und Leiter des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses: „Die Zahlen machen deutlich, dass die Augenoptik eben kein typischer Online-Markt ist. Gute Versorgung, individuelle Anpassung und persönliche Beratung bleiben für die Kundinnen und Kunden entscheidend. Damit verknüpfte digitale Angebote können gegebenenfalls sinnvoll ergänzen, sie ersetzen aber nicht die fachliche Kompetenz vor Ort.“
ZVA-Erhebungen unter KMU
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts sind die Ergebnisse der ZVA-Online-Umfrage zur wirtschaftlichen Situation, an der 928 Betriebe teilgenommen haben. Da keine Filialunternehmen vertreten waren, geben die Ergebnisse insbesondere Einblick in die Lage kleinerer und mittlerer augenoptischer Betriebe. Darüber hinaus dokumentiert der Branchenbericht weitere Entwicklungen, darunter die zunehmende Nutzung digitaler Anwendungen wie etwa eine Online-Terminvergabe in den Betrieben, zusätzliche Angebotsfelder wie Hörakustik sowie bürokratische Hürden bei der Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenversicherung, die eine auch zukünftig flächendeckende Versorgung mit Sehhilfen in diesem Rahmen zunehmend gefährden.
Insgesamt zeigt der Branchenbericht 2025/2026 eine wirtschaftlich tragfähige Branche, die sich zugleich in einem tiefgreifenden Anpassungsprozess befindet.
„Der Branchenbericht liefert nicht nur Zahlen, sondern auch wichtige Hinweise darauf, wo politischer und wirtschaftlicher Handlungsbedarf besteht. Er ist damit ein zentrales Instrument, um Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und die Interessen der Branche fundiert zu vertreten“, sagt Kai Jaeger.
Der Branchenbericht Augenoptik 2025/26 ist abrufbar unter:
www.zva.de/branchendaten/
Zur Publikation: Der jährlich erscheinende ZVA-Branchenbericht bietet einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Lage der deutschen Augenoptikbranche und bündelt aktuelle Daten zur Markt- und Umsatzentwicklung, zu Betriebsstrukturen sowie zu zentralen Trends im augenoptischen Markt. Der Bericht dient der Branche als wichtige Orientierung und wird zugleich von Medien und Öffentlichkeit regelmäßig als Referenz für Berichte zur wirtschaftlichen Entwicklung der Augenoptik herangezogen.
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Jedes Jahr erscheint der ZVA-Geschäftsbericht. Dort legt der ZVA gegenüber seinen Mitgliedern Rechenschaft über das jeweils zurückliegende Geschäftsjahr ab. Der Bericht befasst sich mit den Themen „Berufspolitik“, „Recht“, „Betriebswirtschaft und Krankenkassen“ sowie „Öffentlichkeitsarbeit und Marketing“ und berichtet über Aktivitäten der einzelnen Abteilungen.