ZVA-Blitzumfrage zur Corona-Krise

Nachdem der ZVA die Innungsbetriebe erstmals Ende März zu ihrer betrieblichen Situation und dem Umgang mit der Corona-Krise befragt hatte, wurde die Umfrage vom 28. Mai bis 3. Juni nun wiederholt. 

Demnach ist mittlerweile etwas über die Hälfte der Unternehmen zu ihren normalen Öffnungszeiten zurückgekehrt, knapp ein Drittel öffnen verkürzt bei ansonsten normalem Geschäftsbetrieb. Kurzarbeit wird zwar als häufigster Grund für weiterhin eingeschränkte Öffnungszeiten genannt, über alle Betriebe betrachtet wird sie aber spürbar zurückgefahren. 

Auch beim Leistungsangebot ist ein Trend zur Normalisierung zu beobachten, einzig bei Kontaktlinsenanpassungen und Hausbesuchen besteht nach wie vor Zurückhaltung. 
Die Versorgung mit Schutzausrüstung hat sich derweil entspannt und die Hygieneempfehlungen, die der ZVA Mitte März veröffentlichte, kennen beachtliche 98 Prozent der Befragten. 

Im Folgenden werden alle Ergebnisse der zweiten ZVA-Befragung zur Corona-Krise detailliert geschildert.

Personalkostenreduzierung

Im März 2020 planten 75,9 Prozent der Betriebe Kurzarbeit einzuführen; tatsächlich umgesetzt wurde dies bei 71,3 Prozent. Aufgrund der inzwischen eingetretenen Lockerungen sind die Betriebe dazu übergegangen, die Kurzarbeit sukzessive wieder abzubauen. Den Höchststand der Kurzarbeit gab es im Monat April, der Anteil der Kurzarbeit ab 50 Prozent (über alle Mitarbeiter gerechnet lag in diesem Monat bei 76 Prozent). 43 Prozent der Betriebe, die Kurzarbeit eingeführt hatten, heben diese jedoch im Juni bereits komplett wieder auf. – Die Kurzarbeit ist das am häufigsten ín Anspruch genommene Instrument zur Personalkostenreduzierung. Etwas mehr als ein Drittel der Betriebe gaben an, dass die Mitarbeiter ihren Resturlaub und Überstunden abgebaut haben. Kündigungen haben drei Prozent der Betriebe ausgesprochen.

Maßnahmen zur Liquiditätssicherung

Die Soforthilfe zur Aufrechterhaltung der Liquidität wurde mit einem Anteil von 69 Prozent am häufigsten genutzt. - Sie wurde häufiger in Anspruch genommen als noch im März geplant (64,3 Prozent). Aktuell geben 31 Prozent der Betriebe an, zur Aufrechterhaltung der Liquidität auf Privatvermögen zurückgegriffen zu haben. Im März befürchteten noch 45,3 Prozent der Betriebe, dies tun zu müssen. Die Vorhaben der Inanspruchnahme von Steuerstundungen, KfW-Krediten, Bürgschaften von Bürgschaftsbanken, Herabsetzung von Steuervorauszahlungen u.Ä. wurden zu einem geringeren Anteil umgesetzt als noch im März geplant.

Wirtschaftliche Situation

Auf die Frage nach ihrer Einschätzung der Umsatzentwicklung des Gesamtjahres 2020 für den eigenen Betrieb antworteten 8 Prozent der Betriebe mit „Stagnation“, 59 Prozent der Betriebe gehen von einem Minus bis 20 Prozent aus Ein Drittel der Betriebe erwartet einen Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent.

Geplante Einstellung von Auszubildenden

20 Prozent der Betriebe gaben an, ursprünglich (vor der Corona-Krise) für das kommende Ausbildungsjahr geplant zu haben, Auszubildende einzustellen. Circa drei Viertel der Betriebe halten daran auch weiter fest – wenn auch in fünf Prozent der Fälle mit Einschränkungen. Allerdings wird ein Viertel der Betriebe ihr Vorhaben aufgrund der Corona-Krise nicht umsetzen.
Detaillierte Ergebnisse der Umfrage finden sie grafisch aufbereitet zum Download. 
 

Detaillierte Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier grafisch aufbereitet zum Download.

 

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