Hilfsmittelrichtlinie: Sehhilfen - Beschluss des G-BA vom 20. Juni 2019

Am 20. Juni 2019 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Hilfsmittelrichtlinie beschlossen, die es auch Augenoptikern ermöglicht, hochgradig fehlsichtige Personen, die gesetzlich versichert sind, ohne Mitwirkung eines Augenarztes mit Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe zu Lasten der Krankenkassen zu versorgen. 

Die seit Jahren praktizierte Folgeversorgung über Berechtigungsschein mit Sehhilfen (Korrektionsgläsern, Kontaktlinsen, etc.) ist somit wieder explizit in der Hilfsmittelrichtlinie enthalten.

Die sehr erfreuliche Entscheidung des G-BA wurde im Wesentlichen getragen von den Stimmen des GKV-Spitzenverbandes. Die nicht stimmberechtigten Patientenvertreter hatten zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Regelung in der Hilfsmittelrichtlinie befürwortet, die den Augenärzten ein exklusives Verordnungsrecht eingeräumt hätte. 

Die neue Hilfsmittelrichtlinie tritt in Kraft, wenn das Bundesgesundheitsministerium den gefassten Beschluss innerhalb der kommenden zwei Monate nicht beanstandet. Ein Inkrafttreten vor September 2019 ist daher nicht zu erwarten.

Deswegen ändert sich in der Praxis durch den Beschluss erst einmal wenig: Die bereits existierenden aktuellen Versorgungsverträge mit den AOK, den IKK und sehr vielen BKK geben Augenoptikern bereits heute die Möglichkeit, Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe im Rahmen einer Folgeversorgungen an gesetzlich Versicherten, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, ohne augenärztliche Mitwirkung abzugeben. 

Um diese Entscheidung zu ermöglichen, hat der ZVA umfangreiche Vorarbeiten geleistet, Gespräche geführt und vor allem eine umfangreiche Stellungnahme mit diversen Gutachten sowohl von Juristen als auch von Medizinern erarbeitet und dem G-BA übermittelt.