Staatlich geprüfter Augenoptiker und Augenoptikermeister

Durch den Besuch einer öffentlichen Fachschule für Augenoptik in Jena, München oder Köln erwirbt man innerhalb von zwei Studienjahren die Qualifikation "Staatlich geprüfte Augenoptikerin" beziehungsweise "Staatlich geprüfter Augenoptiker". Die Abschlussprüfungen werden jeweils unter staatlicher Aufsicht durch schulische Prüfungskommissionen abgehalten. Die im Laufe des zweiten Studienjahres erbrachten Leistungen gehen dabei mit in die Bewertung der Abschlussprüfung ein.

Doppelqualifikation als "Staatlich geprüfte Augenoptiker und Augenoptikermeister“

 

Die Absolventen der Fachschulen können und dürfen nach einem erfolgreichen Abschluss das Augenoptiker-Handwerk selbstständig ausüben. Um auch Lehrlinge ausbilden zu dürfen, werden zusätzlich die Ausbildereignungsprüfung oder die Meisterprüfung im Augenoptiker-Handwerk benötigt. Das Ablegen der Meisterprüfung vor dem Prüfungsausschuss der Handwerkskammer wird an allen drei Fachschulen als Zusatzoption angeboten. Die Fachschulabsolventen werden dabei von wesentlichen Prüfungsteilen befreit. Nahezu alle Fachschülerinnen und Fachschüler nutzen deshalb diese Option und führen nach einem erfolgreichen Abschluss eine  Doppelqualifikation als "Staatlich geprüfte Augenoptiker und Augenoptikermeister“.

Der Abschluss der Fachschule berechtigt seit 2009 zudem zum allgemeinen Hochschulzugang. Somit dürfen auch Absolventen ohne Abitur oder Fachhochschulreife ein akademisches Studium aufnehmen. Viele Studieninhalte der augenoptischen Hochschulen wurden an der Fachschule auf vergleichbarem Niveau bereits erworben. Deshalb sind die Hochschulen teilweise bereit, an der Fachschule erbrachte Studienleistungen inhaltlich und zeitlich auf ein Hochschulstudium im Fachbereich Augenoptik/Optometrie anzurechnen: Der Besuch einer Fachschule kann somit der perfekte Einstieg in eine akademische Laufbahn sein.

Praxisorientierte Kompetenzen

 

Neben allgemeinen und fachlichen Grundlagen vermitteln die Fachschulen vor allem praxisorientierte Kompetenzen auf den Gebieten Augenglasbestimmung, Kontaktlinsenanpassung und Betriebsführung. Aber auch das augenoptische Screening (mit entsprechenden Grundlagen aus Anatomie, Physiologie und Pathologie) und die Versorgung von Kunden bei "Low Vision" nehmen mittlerweile einen breiten Raum im Lehrplan ein.

Da die Kosten der Fachschulen von der öffentlichen Hand (in Köln teilweise auch vom ZVA) getragen werden, erheben sie kein Schulgeld. Die Studenten müssen lediglich für ihren Lebensunterhalt aufkommen und können dafür eine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz AFBG (besser bekannt als "Meister-BAföG") beantragen. Diese Förderung ist unabhängig vom Elterneinkommen und setzt sich aus einem sehr zinsgünstigen Darlehen und einem nicht rückzahlungspflichtigen Zuschuss zusammen.

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