Landesinnung der Augenoptiker und Optometristen in Schleswig-Holstein

„Damit habe ich eine Nummer für alle Fälle“, beschreibt Harald Kerschies aus dem schleswig-holsteinischen Quickborn den Vorteil seiner  Innungsmitgliedschaft; kurz und knapp, ohne viele Worte, typisch Norddeutsch eben. Die „Nummer für alle Fälle“ verbindet den Augenoptikermeister über die Grenzen des nördlichsten Bundeslandes hinaus mit der Geschäftsstelle in Hannover. Seit November 2008 stehen dort in der niedersächsischen Landeshauptstadt acht Mitarbeiter den Mitgliedern der Landesinnung Schleswig-Holsteins mit Rat und Tat zur Seite. Damals wurde in Schleswig-Holstein die Entscheidung getroffen, die Kompetenzen der Geschäftsstelle der Landesinnung der Augenoptiker und Optometristen in Niedersachsen und Bremen mit zu nutzen. Seitdem ist der Norden vereint – unter einer Nummer.
 
Wenn Kerschies die Nummer seiner Innung wählt, weiß er, dass ihm „schnell und unkompliziert“ geholfen wird. Und genau das ist ihm wichtig. „Es sind gerade die Kleinigkeiten, die den betrieblichen Alltag wesentlich erleichtern“, weiß der Chef von fünf Mitarbeitern und drei Auszubildenden zu berichten. Er erinnert sich: „Einmal fiel der freie Tag einer ehemaligen Auszubildenden auf einen Feiertag. Da wollte sie als Ersatz den darauf folgenden Tag frei haben. Ich war unsicher.“ Ein schneller Anruf bei der Innung brachte Klarheit – und der Auszubildenden keinen zusätzlichen freien Tag. „Unsere Augenoptiker sind in ihren Betrieben stark gefordert. Da bleibt keine Zeit, stundenlang nach einem geeigneten Rechtsanwalt zu suchen, mit dem dann erst noch ein Termin vereinbart werden muss“, meint die Geschäftsführerin der Geschäftsstelle, Bettina Meyer-Burkhardt. Seit vielen Jahren berät die Rechtsanwältin für Personalrecht augenoptische Betriebe im Auftrag der Innung. Dass ihre Erfahrung viel wert ist, weiß auch Kerschies. „Mit den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle habe ich eine kompetente Anlaufstelle bei all meinen Fragen. Dort sitzen die Experten.“
 
Beruflich und privat
 
Das individuelle Beratungsangebot der Landesinnung umfasst alle Bereiche – von der Existenzgründung bis zur Nachfolgeregelung. „Wir stehen unseren Mitgliedern in allen betrieblichen Lebenslagen zur Seite. Und wenn es erforderlich ist, auch in privaten“, sagt Meyer-Burkhardt: „Oft sind beide Bereiche eng miteinander verbunden. Auch dafür haben wir selbstverständlich ein offenes Ohr.“ 
 
Der Mensch hinter der Innung ist wiederum in erster Linie Stefan Pape. Der Augenoptikermeister aus Kiel ist seit 19 Jahren Landesinnungsobermeister. Erst 2011 wurde er erneut in seinem Amt bestätigt und für weitere fünf Jahre gewählt. Besonders wichtig ist dem gebürtigen Lübecker der enge Kontakt zu seinen Kollegen. Dieser entstand vor allem in der Zeit, als die Geschäftsstelle noch in Kiel ansässig war und Pape seine Innungskollegen vornehmlich selbst betreute. „Durch die Angliederung an die Geschäftsstelle der Landesinnung Niedersachsen und Bremen profitieren unsere Mitglieder natürlich von einem größeren Beratungsangebot und dem Expertenwissen der spezialisierten Fachkräfte dort“, weiß Pape „doch auch heute noch rufen mich meine Kollegen bei Fragen und Problemen gerne persönlich an.“ Nach eigenen Aussagen ist es das Familiäre und Persönliche, was die Landesinnung der Augenoptiker von Schleswig-Holstein ausmacht – und vielleicht auch den Mitgliederanteil von über 70 Prozent erklären könnte. 
 
Zukunft sichern 
 
Für Pape ist die Zugehörigkeit zu einer Berufsvertretung wie der Innung selbstverständlich. Nur gemeinsam könne man sich gegenüber der Politik Gehör verschaffen und wichtige berufspolitische Ziele wie das Refraktionsrecht erreichen – dies habe auch die Vergangenheit immer wieder gezeigt. Er sieht aber auch die Betriebe in der Pflicht, den eigenen Berufsstand zu sichern: „Der demografische Wandel bringt uns nicht nur mehr Kunden, sondern auch weniger Schulabgänger. Deshalb müssen wir den jungen Leuten Anreize bieten, unseren Beruf zu ergreifen – auch mit einer angemessenen Bezahlung.“ Als Träger der überbetrieblichen Ausbildungsstätte an der Landesberufsschule für Augenoptiker in Lübeck-Travemünde kümmert sich die Innung um den augenoptischen Nachwuchs. 
 
Außenwahrnehmung stärken
 
Auch das Image des Augenoptikers in der öffentlichen Wahrnehmung stärkt man am besten in einer starken Gemeinschaft. Zur Unterstützung der Betriebe bei ihrem individuellen Marktauftritt bietet die Innung eine umfangreiche Marketingberatung an. Die Beratung umfasst neben der Aufstellung eines Marketingplans auch die Konzeption von Werbe-Aktionen. „Eine individuelle, auf den Betrieb und seine Leistungen zugeschnittene Außendarstellung wird in Zeiten des erhöhten Wettbewerbsdrucks durch Filialisten und Online-Brillenhändler immer wichtiger“, gibt Meyer-Burkhardt zu bedenken. „Wir unterstützen unsere Betriebe erfolgreich dabei, ihre Kunden mit außergewöhnlichen Aktionen und ansprechender Werbung zu überzeugen.“ Die Landesinnung der Augenoptiker von Schleswig-Holstein leiste viel für ihre Mitglieder, findet Kerschies. Seine „Nummer für alle Fälle“ gibt ihm Sicherheit. Aber eigentlich, sagt er, sei es doch auch selbstverständlich, die Zukunft seines Berufes mit der Innungsmitgliedschaft zu sichern.