Landesinnung für das Augenoptikerhandwerk in Hessen

Im Land des Äppelwoi und des Handkäs mit Musik befindet sich der Standort der Landesinnung (LI) Hessen im Nordwesten der Bankenmetropole Frankfurt, genauer im dritten Stock eines Büro gebäudes im Stadtteil Praunheim. Die Innung ist noch jung, ganze vier Jahre, denn unter ihrem Dach haben sich der Landesinnungsverband (LIV) Hessen sowie die Innungen Rhein-Main und Kassel 2007 zusammengeschlossen. Ziel war es, die Organisation zu straffen und den Dienstleistungscharakter stärker in den Vordergrund zu stellen. Geschäftsführer Dr. Rolf Guddorf ergänzt: "Durch den Zusammenschluss werden außerdem Kosten gespart, was den Innungsmitgliedern natürlich zu Gute kommt. 


Mit derzeit rund 400 Mitgliedsbetrieben ist die LI Hessen der sechstgrößte Landesinnungsverband Deutschlands. Guddorf zufolge haben sich die Mitgliederzahlen in  den vergangenen Jahren stabilisiert. Positive Effekte hätten sich besonders durch eine Telefonaktion vor einem Jahr ergeben, in deren Rahmen sämtliche mittelständische Betriebe des Einzugsgebietes angesprochen wurden, die bisher nicht Mitglied der Landesinnung sind. „Hierdurch konnten viele Rückschlüsse auf Wünsche und Anregungen gezogen werden, die in die Tätigkeit der Geschäftsstelle eingeflossen sind“, so der adoptierte Hesse aus dem Münsterland. Angeregt wurden dabei eine intensivere Beratung und kürzere Kommunikationswege, was beispielsweise mit ihrem Relaunch der Homepage 2010 direkt umgesetzt wurde. Guddorf weiter: „Unser Landesinnungsverband bietet seinen Mitgliedern einen umfänglichen Service, der alle Bereiche umfasst, die für einen Augenoptikerbetrieb und seinen Inhaber relevant sind. Anfallende Fragen, wünsche und Beratungen könnten dabei in der Regel direkt von der Geschäftsstelle durchgeführt bzw. beantwortet werden. Doch selbst wenn das Frankfurter Team, bestehend aus dem Geschäftsführer sowie zwei Voll- und zwei Teilzeitkräften, mal an seine Grenzen stößt, wird nach einer Lösung gesucht: Dazu stehen ihnen kompetente Kooperationspartner für Fragestellungen zur Seite, die von der Geschäftsstelle nicht direkt  bearbeitet werden können. Arbeitsrechtliche Fragen werden beispielsweise in Kooperation mit dem LIV Bayern bearbeitet.

Grundsätzlich dürfe es allerdings kaum Geschäftsstellen geben, die nicht ein umfassendes Angebot an Ihre Innungsmitglieder anbiete, rückt der Hessenleiter zurecht. Die Verbände unterscheide lediglich die Ausprägung und ob Dienstleistungen im Innungsbeitrag enthalten seien oder zusätzlich berechnet würden. 

Häufige Fragen 

Die Frage nach den häufigsten Serviceanfragen ließe sich dem diplomierten Volkswirt zufolge nur schwer beantworten, da Anfragen wellenartig auf die Geschäftsstelle zukämen. Neben arbeitsrechtlichen Fragestellungen kämen aber immer wieder betriebswirtschaftliche Fragestellungen zum Zuge. Gleichzeitig verwundere es ihn, dass der Themenbereich Kassenleistung durchaus nennenswert nachgefragt werde. Außerdem sei derzeit natürlich auch in Hessen die Präqualifizierung ein immer wiederkehrendes Thema. Guddorf: „Die betriebswirtschaftliche Ausbildung, wie sie zurzeit in den Schulen praktiziert wird, ist in der Praxis nicht ausreichend und realitätsnah genug. Auch hier gibt es viel Informa tionsbedarf!“ Neben der telefonischen oder schriftlichen Beratung haben die Mitglieder die Möglichkeit, sich nach ihrer Autorisierung im Internet auf der überarbeiteten Arbeitshomepage der LI Hessen zu informieren. „Den Innungsmitgliedern werden dort unter den Kategorien „Aktuelles“, „Ansprechpartner“, „Termine“, „Ausbildung“, „Downloads“ und „Links“ regelmäßig aktualisierte Informationen zur Verfügung gestellt, die sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. 

Teamwork

Neben der Rückgewinnung von Innungsmitgliedern, der Präqualifizierung und den Vorbereitungen für die Umsetzung der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung bestimmt derzeit die überbetriebliche Unterweisung die hessische Agenda. Als wichtigstes Engagement erachtet Guddorf jedoch „alle Bereiche, die mit der Ausbildung zu tun haben, damit qualifizierte Augenoptiker ausgebildet werden und auch in Zukunft zur verfügung stehen.“ Außerdem arbeiteten sie ständig an der Verbesserung und Optimierung ihrer Leistungen. „Immer wenn man davon ausgeht, dass man alles richtig macht, befindet man sich im Stillstand. Unsere Arbeit ist daher eine ständige Herausforderung“, erklärt der seit 2008 amtierende Geschäftsführer seine Philosophie und ergänzt: „Es macht aber großen Spaß in einem kollegialen Team mit den Ehrenamtsträgern zusammen Ziele zu definieren und diese dann für das Wohl der Innungsmitglieder durchzusetzen. Dass wir dabei auf qualifizierte Mitarbeiter  zurückgreifen können, erleichtert die Arbeit ungemein“. 

Beim LI Hessen sollte man Mitglied sein, weil …

Volker Meyer, stellvertretender Landesinnungsobermeister:


„… es wichtig ist, sich in einer Interessensgruppe zusammenzusetzen. Gerade am heutigen Markt sind wir neuen Wettbewerbssituationen ausgesetzt. Es sind nicht mehr nur die Filialisten, die uns ein hartes Wettbewerbsgefecht liefern, sondern vielfältiger Internethandel, auslandsmärkte und traditionelle Kollegen, die angeregt durch plakative Versprechen auf Unternehmenskonzepte aufspringen. Damit bringen sie unsere Produkte und Leistungen in ein Fahrwasser, in das wir gar nicht kommen wollen. Hier dient die Innung als Schiedsrichter. Sie sorgt dafür, dass sich alle Marktteilnehmer an sinnvolle und faire Regeln halten. Nur so kann sich unser Beruf vernünftig und qualifiziert weiterentwickeln. Sicherlich ist es häufig nicht direkt wahrnehmbar, wo unsere Innungen intervenieren, Konzepte entwickeln, in die Politik tragen oder auch unsere Berufsausbildung weiterentwickeln. Doch wenn wir keine Innungen hätten, wir würden Sie ganz schnell erfinden! Unsere Innungen sind das Social Network der Augenoptik, nur eben mit einem sehr „klassischen“ Namen." 

Daniel Raabe, Vorstandsmitglied:

„… man in einer großen Gruppe die Möglichkeit hat gehört zu werden, sei es in Politik oder Wirtschaft. Die Mitarbeiter des LI Hessen sind sehr kooperativ und unterstützen wo sie nur können. Ich selber habe ein Gerichtsurteil zu einem Problem der Zylinderumrechnung bei einer Versicherung gesucht. Keine zwei Tage später bekam ich sämtliche Urteile zugeschickt. Ferner ist die Weitergabe von Informationen exklusiv an Innungsmitglieder enorm wichtig und bringt Vorteile bei der Erarbeitung von Strategien und Verhaltensweisen. Bei größeren Problemen  bekomme ich Adressen, die mir entscheidend weiterhelfen. Die Mitgliedschaft beim LI Hessen zahlt sich absolut aus.“ 

Monika Rasche-Vitallowitz, Landesinnungsobermeisterin:

„… die Innung die Belange der Augenoptik von der Überbetrieblichen Unterweisung über Prüfungen bis hin zur Mitarbeit an der Weiterbildung mitgestaltet und somit Ansprechpartner Nummer eins ist. Nur qualifizierter Nachwuchs kann die Augenoptik von morgen sichern! Außerdem ist die Innung der Organisator und Vermittler von Themenbereichen wie Betriebsgründungen, Zulassungen, Neuverordnungen und Vorschriften diese Bereiche werden aufbereitet und das essentielle Ergebnis den Betrieben zur Verfügung gestellt, so dass für den einzelnen Betrieb die Rahmenbedingungen optimal aufbereitet sind.“

Mehrwert der Mitgliedschaft beim LI Hessen

  • Vernetzung
  • Vergünstigung
  • Kompetente Ansprechpartner
  • Mitgestaltung
     

Artikel aus Deutsche Optiker Zeitung (DOZ) Ausgabe 05/2011

 

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