Augenoptikerinnung Hamburg

In der Freien und Hansestadt an der Elbe hat die Augenoptikerinnung Hamburg (AOI HH) ihren Sitz. Mit über 80 Mitgliedsbetrieben ist sie die  zweitkleinste Innung des augenoptischen Handwerks, muss sich jedoch keineswegs hinter den Großen der Branche verstecken. Ihr Service ist umfassend und macht sich unter anderem in der Kasse bemerkbar: Mitglieder können über verschieden Kooperationen und Rahmenverträge Geld sparen. 
 
Daniela Schier, Geschäftsführerin der Vereinigten Innungsgeschäftsstelle (VIG), äußert sich selbstbewusst: „Wir sind nicht nur eine Landesinnung, sondern als Mitglied der VIG auch Teil einer starken Gemeinschaft.“ Frau Schier ist als langjährige Mitarbeiterin der VIG mit den Abläufen und Wünschen ihrer Mitglieder bestens vertraut. Die VIG betreut derzeit 18 Handwerksinnungen im norddeutschen Raum und hat sich in den vergangenen Jahren von einer Verwaltungsstelle der Innungen zunehmend zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelt. Frau Schier beschreibt die sich daraus für die Augenoptikerinnung ergebenden Vorteile: „Als Mitglied der VIG können wir über den Tellerrand schauen, durch eine übergreifende Geschäftsstelle besser und schneller mit anderen Innungen in Kontakt treten und so Ideen und Lösungsansätze austauschen. Außerdem nehmen wir gemeinsam eine erhebliche politische Bedeutung im Stadtstaat ein.“ Nicht nur die Wege zwischen den einzelnen Innungen, auch der Weg zu der Handwerkskammer Hamburg ist kurz. Die Zusammenarbeit beschreibt die Geschäftsführerin als reibungslos. 
 
Danila Schier ist sich sicher: „Die Augenoptikerinnung Hamburg ist wichtig, weil sie die Interessen der Augenoptiker vertritt, die sonst nicht beachtet werden würden.“ Das gilt sowohl im Kleinen, beispielsweise bei individuellen Problemen mit Behörden, als auch im Großen bei Abstimmungen mit Fachbehörden, die für das gesamte Handwerk gelten.
 
Gesamtpaket 
Als Teil der übergreifenden Geschäftsstelle stehen der AOI HH insgesamt 6 Mitarbeiter zur Seite, die sich gemeinsam um die Belange ihrer Innungsmitglieder kümmern. Das Leistungspaket der Hanseaten kann sich daher sehen lassen: Neben fachlichen Fortbildungen wie beispielsweise kostenlosen Refraktionskursen in der innungseigenen Lehrwerkstatt, erhalten ihre Mitglieder finanzielle Vorteile für den Bezug von Strom sowie vergünstigte Preise für den Personennahverkehr, Büromaterialien und Fahrzeuge. Ein eigener Versicherungsservice und arbeitsmedizinische Betreuung gehören ebenso zum Angebot wie die Unterstützung bei Inkasso- und Mahnverfahren. Wie auch in anderen Innungen üblich werden die Mitglieder in allen arbeitsrechtlichen Fragen beraten und wenn nötig kostenfrei vor dem Arbeitsgericht vertreten. Als Mitglied der Wettbewerbszentrale kann die nordische Innung zudem wettbewerbswidriges Verhalten Dritter abmahnen lassen und Mitgliedern Hilfestellung bei eigenen Fragen bieten. Die AOI HH vermittelt außerdem zwischen unzufriedenen Kunden und Mitgliedsbetrieben und erstellt bei Bedarf fachliche Begutachtungen durch die Lehrwerkstatt. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist die AOI HH aktiv. In der vierteljährlich erscheinenden Mitgliederzeitschrift „Aktiv-Handwerk“ werden Innungsmitglieder über alle wichtigen Neuigkeiten aus dem Handwerk und den Innungen informiert. 
 
Ausbildungsvorteile 
Besonderes Augenmerk hat aber vor allem die Nachwuchsförderung. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern betreut die Hamburger Innung die gesamte Ausbildung von ihrem Beginn bis zur Zeugnisverleihung und hilft dabei, auch ungewöhnliche Ausbildungsvarianten umzusetzen. Die AOI HH übernimmt für ihre Mitglieder außerdem einen erheblichen Teil der ÜLU- und einen Großteil der Prüfungsgebühren; die Lehrlingsbetreuungsgebühr wird sogar komplett übernommen. Bei ausbildungsrechtlichen Fragen werden Betriebe und Auszubildende unabhängig von einer Innungsmitgliedschaft unterstützt und gerichtliche Auseinandersetzungen im Ausbildungsbereich durch Ausschüsse für Lehrlingsstreitigkeiten verhindert. Die Überbetriebliche Lehrunterweisung (ÜLU) und die Prüfungen finden in der modern ausgestatteten, innungseigenen Lehrwerkstatt in der Berufsschule statt. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschullehrern und Lehrwerkstatt gibt es keine Reibungsverluste. So kann eine optimale Ausbildung ganz im Interesse unseres Nachwuchses ermöglicht werden.
 
Reinhard Krause, Mitglied AOI HH:
„Als Augenoptiker mit mehreren Geschäften sehe ich einen erheblichen Nutzen in der Zusammenarbeit mit der Innung Hamburg. Hier ein paar Beispiele: Einkaufsvorteile in verschiedenen Bereichen, kompetente Unterstützung in Rechtsfragen und Vertragsgestaltungen aller Art, Beratung in Lehrlingsangelegenheiten, Vermittlung und Schlichtung bei Streitigkeiten mit Kunden, vergünstigte Fahrkarten für Mitarbeiter und vieles mehr. Hervorzuheben ist auch die schnelle und unbürokratische Beratung und Hilfe bei den genannten Punkten. Dies war nicht immer so in Hamburg, hat sich aber in den letzten Jahren erheblich verbessert. Ich denke auch, dass durch die Innungsgemeinschaft das Miteinander, statt Gegeneinander der Augenoptiker stark verbessert wurde.“
 
Dirk-Peter Lühr, Vorstandsmitglied AOI HH (ehemaliger Obermeister der AOI HH)
Als ich vor rund 30 Jahren in die Augenoptikerinnung Hamburg eintrat, habe ich mir die Frage gestellt, warum ich dieser Berufsorganisation beitrete. Als junger Selbstständiger muss man auf die Kosten achten und natürlich müssen Kosten auch immer einen Nutzen bringen. „Damals“ gab es viele der heute auch wirtschaftlich interessanten Angebote von Handwerksinnungen nicht. Der Zusammenschluss der Innungen mit dem Nahverkehr (Bus, Bahn etc.) in Bezug auf Vergünstigungen, der Einkauf von Energie, Versicherungen oder die Rechtsberatung; all dies sind für sich keine Gründe, Innungsmitglied zu sein. Vielmehr ist es die Zusammenführung der Berufsinteressen und die gemeinsame Schlagkraft gegenüber der so „geliebten“ Staatsadministration, den Krankenkassen und den Mitbewerbern, die sich außerhalb dieser Handwerksgemeinschaft bewegen. Fraktionstreue? Gefällt mir schon in der Politik nicht und ich denke, man muss nicht immer einer Meinung sein, aber man muss das Bestreben haben, Dinge voranzubringen – auch visionär! Die Augenoptikerinnung Hamburg hat sich in den vergangenen 30 Jahren nicht immer als pflegeleicht, handzahm und linientreu gezeigt, aber die gemeinsam erarbeiteten, und dann auch getragenen Beschlüsse haben unserem Berufsstand und jedem einzelnen Innungsmitglied immer Vorteile gebracht. Es gibt also viele Aspekte: wirtschaftliche, berufspolitische und persönliche, um Mitglied in einer Innung zu sein. Je mehr man sich persönlich engagiert, desto mehr hat man die Möglichkeit, seine Ideen, seine Meinung und damit Strategien für die Zukunft mitzugestalten. Das ist die wesentliche Grundlage für den erfolgreichen Fortbestand unseres  Handwerksberufes.
 

 

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